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13 Produkte in der Datenbank · Preise zuletzt geprüft am 6. November 2026

Für Online-Shops

Warenkorbabbrecher-Mail: Tools, Ablauf und Recht

Welche Tools Warenkorbabbrecher-Mails in welchem Tarif können, wie Sie den Ablauf aufbauen und was rechtlich zu beachten ist.

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Eine Warenkorbabbrecher-Mail erinnert Kunden, die Produkte in den Warenkorb gelegt oder den Checkout begonnen, aber nicht gekauft haben. Dafür brauchen Sie ein E-Mail-Tool, das an Ihren Shop angebunden ist und den Abbruch als Auslöser erkennt. Fertig eingebaut ist das bei Klaviyo schon im Gratis-Tarif, bei ActiveCampaign ab Starter, bei Omnisend als fertiger Workflow und bei GetResponse ab Marketer (Stand: 06.11.2026). Rechtlich ist die Mail Werbung; ohne Einwilligung in E-Mail-Werbung bewegen Sie sich auf unsicherem Boden.

Welche Tools können Warenkorbabbrecher-Mails?

ToolWarenkorbabbruchShopsysteme laut AnbieterPreis bei 5.000 Kontakten
KlaviyoAutomationen auch im Gratis-TarifShopify, WooCommerce, BigCommerce, Adobe Commerce, Salesforce Commerce Cloud, Shopware, PrestaShop100 USD
Omnisendfertiger WorkflowShopify, Shopify Plus, BigCommerce, WooCommerce, Wix81 USD (Standard)
ActiveCampaignin allen TarifenShopify, Square, WooCommerce ab Starter; BigCommerce, Magento, Shopify Plus ab Pro79 € (Starter, jährliche Abrechnung)
GetResponseab Marketereinzelne Shopsysteme nicht geprüft95 USD (Marketer)
Shopify EmailAutomationen vorhandennur Shopify10 USD zusätzlich zum Shopify-Abo

Monatspreise, Stand: 06.11.2026. Shopify Email mit vier Mailings im Monat gerechnet; automatische Mails zählen zum selben Kontingent. Dollar-Preise sind nicht umgerechnet.

Nicht in der Tabelle, weil unsere Daten keine Aussage zum Warenkorbabbruch enthalten: MailerLite und Brevo binden Shopify und WooCommerce an, rapidmail hat ein Plugin für Shopware 6, Mailchimp bindet Shopify, WooCommerce, Wix und Squarespace an. Ob diese Anbindungen einen Abbruch als Auslöser liefern, prüfen Sie am besten im Gratis-Tarif, bevor Sie sich festlegen.

Welches Tool passt zu welchem Shop?

Shopify, kleiner Shop: Starten Sie mit Shopify Email. Bis zu 10.000 E-Mails im Monat sind im Abo enthalten, Automationen inklusive. Erst wenn Sie mehr Steuerung brauchen, lohnt ein Wechsel. Der ausführliche Vergleich steht unter E-Mail-Marketing für Shopify.

Shopware: In unseren Daten nennt nur Klaviyo eine Shopware-Anbindung neben anderen Systemen; rapidmail hat ein Shopware-6-Plugin. Ob das Plugin Warenkorb-Mails auslöst, steht nicht in unseren Daten.

WooCommerce: Klaviyo, Omnisend und ActiveCampaign binden WooCommerce an und haben die Warenkorb-Automation fest eingebaut.

Viele Shopsysteme oder Wechsel geplant: Klaviyo und MailerLite nennen in unseren Daten je sieben Shopsysteme. Eine eingebaute Warenkorb-Automation ist davon nur bei Klaviyo belegt.

Wie baue ich die Mail-Serie auf?

Die Technik ist bei allen Tools ähnlich: Shop verbinden, Auslöser „Checkout begonnen“ oder „Warenkorb verlassen“ wählen, Wartezeit setzen, Inhalt bauen, Abbruchbedingung „hat gekauft“ setzen. Wichtiger als die Klicks im Tool ist, was in den Mails steht.

Erste Mail. Kurz und hilfsbereit. Zeigen Sie die Produkte aus dem Warenkorb mit Bild und Preis und einen Button zurück zur Kasse. Kein Rabatt. Viele Abbrüche haben banale Gründe: Telefon klingelt, Zahlungsmittel nicht zur Hand.

Zweite Mail. Am Folgetag. Beantworten Sie die Fragen, die vom Kauf abhalten: Versandkosten, Lieferzeit, Rückgabe, Zahlungsarten.

Dritte Mail, wenn überhaupt. Hier passt ein Anreiz, falls Ihre Marge das hergibt. Bedenken Sie: Wer lernt, dass ein Abbruch einen Gutschein bringt, bricht beim nächsten Mal absichtlich ab.

Mehr als drei Mails würden wir nicht schicken. Und sobald jemand kauft oder sich abmeldet, endet die Serie.

Sind Warenkorbabbrecher-Mails erlaubt?

Mit Einwilligung in E-Mail-Werbung ja. Ohne ist es heikel.

Eine Warenkorb-Erinnerung soll zum Kauf bewegen und ist damit Werbung. Werbung per E-Mail braucht nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Die Ausnahme in § 7 Abs. 3 UWG setzt voraus, dass Sie die Adresse „im Zusammenhang mit dem Verkauf“ erhalten haben. Bei einem abgebrochenen Kauf ist genau das fraglich, und zusätzlich verlangt die Ausnahme schon bei der Erhebung der Adresse einen klaren Hinweis auf das Widerspruchsrecht.

Dazu kommt die DSGVO. Für die Erinnerung verarbeitet das Tool, wer was in den Warenkorb gelegt hat. Das gehört in Ihre Datenschutzerklärung, und Sie brauchen dafür eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO.

So sind Sie auf der sicheren Seite:

  • Schicken Sie Erinnerungen nur an Kontakte, die per Double-Opt-In in E-Mail-Werbung eingewilligt haben, etwa über ein Häkchen im Checkout oder die Newsletter-Anmeldung.
  • Nennen Sie die Warenkorb-Erinnerung im Einwilligungstext ausdrücklich.
  • Beschreiben Sie Tool und Datenverarbeitung in der Datenschutzerklärung und schließen Sie einen AV-Vertrag mit dem Anbieter.
  • Setzen Sie in jede Erinnerung einen Abmeldelink.

Datenschutz beim Tool

Weil Warenkorb-Mails Bestell- und Verhaltensdaten nutzen, zählt der Speicherort mehr als beim reinen Newsletter. Klaviyo speichert in der EU nur, wenn Sie EU-Datenresidenz vertraglich vereinbaren. Für Omnisend und ActiveCampaign nennen die geprüften Seiten keinen Serverstandort, Shopify Email laut DPA unter anderem Kanada und Singapur. Brevo und MailerLite hosten in der EU. Einen AV-Vertrag bieten alle an. Details unter DSGVO-konforme Newsletter-Tools.